Versicherungen, die im GdP – Mitgliedsbeitrag enthalten sind

Die Gewerkschaft der Polizei hat ein Versicherungspaket entwickelt, welches die Risiken, die sich aus der Tätigkeit bei der Bundespolizei, beim Zoll oder dem BAG ergeben umfangreich abdeckt. Die einzelnen Versicherungen stellen wir hier kurz vor:

Anwartschaftsversicherung für Anwärterinnen und Anwärter für die Zeit der Ausbildung. (Ohne Gesundheitsprüfung)

Während der Ausbildung sind Anwärterinnen und Anwärter im Rahmen der GdP-Mitgliedschaft in einer sogenannten kleinen Anwartschaft auf Wunsch versichert.

Wozu benötige ich eine Anwartschaftsversicherung?

Beamte erhalten im Rahmen der Fürsorgepflicht des Dienstherrn eine Beihilfe in Höhe von 50% – 85% zu den Kosten, die Ihnen und Ihren Familienangehörigen durch Krankheitsfälle entstehen. Der individuelle Prozentsatz ist dabei abhängig von der jeweils geltenden Beihilfevorschrift.

Anwärter genießen für ihre Person – nicht für Ihre Angehörigen –  während der Ausbildung und auch später bis zur Pensionierung  „Heilfürsorge“;  Als Ergänzung zu der danach einsetzenden Beihilfe empfiehlt sich der Abschluss einer bedarfsgerechten Krankenversicherung. Denn die Beihilfe deckt später nur einen Teil der entstehenden Kosten ab.

Zum Zeitpunkt der Antragstellung spielt der Gesundheitszustand eine wesentliche Rolle. Wartet man damit bis zum Ende der Heilfürsorge, kann sich der eigene Gesundheitszustand schon verschlechtert haben. Liegen nämlich ernsthafte Erkrankungen vor, verteuert sich der Versicherungsschutz unter Umständen empfindlich. Im Einzelfall ist die Versicherung in einem hochwertigen Versicherungsschutz sogar unmöglich.

Wer in jungen Jahren, solange er völlig gesund ist, eine Anwartschaftsversicherung abschließt, hat in dieser Beziehung keine Sorgen. D  Verschlechterungen des  Gesundheitszustandes, die während der Dauer der Anwartschaft auftreten, sind dann bei Aktivierung des Versicherungsschutzes ohne Einschränkungen mitversichert. Auch ohne Beitragszuschlag.  Dies bedeutet:  Sollte sich während der Ausbildung der Gesundheitszustand so verändern, dass man nicht in das Beamtenverhältnis übernommen werden kann hat man mit der Anwartschaft ein Anrecht in die Krankenversicherung aufgenommen zu werden.  Diese Anwartschaft ist während der Ausbildung im GdP – Mitgliedsbeitrag enthalten. Nach der Ausbildung muss man unbedingt diese Anwartschaft aber unbedingt selbst verlängern, da sie bis zur Verbeamtung auf Lebenszeit und später zum Zeitpunkt der Pensionierung benötigt wird.

Dienstfahrzeug – Regressversicherung gegen Regressforderungen des Dienstherren mit folgenden Deckungssummen:

Personenschäden: 200.000 Euro
Sachschäden: 100.000 Euro
Vermögensschäden: 100.000 Euro

Dein Dienstherr kann Dich zum Beispiel in Regreß nehmen, wenn Du verschuldet mit dem Dienstfahrzeug einen Unfall hattest und am Dienstfahrzeug ein Schaden entstanden ist.

Diensthaftpflichtversicherung (Regressversicherung) – für Polizeibedienstete mit folgenden Deckungssummen:

 

Personenschäden: 3.000.000 Euro
Sachschäden: 3.000.000 Euro
Vermögensschäden: 100.000 Euro
Schlüsselverlust: 50.000 Euro
Abhandenkommensschäden: 5.000 Euro
Verlust von Verwarngeldblöcken: 2000 Euro

Nicht nur bei Unfällen, sondern auch in vielen anderen Fällen kann Dich der Dienstherr in Regreß nehmen.  Das geht schon mit der persönlichen Ausrüstung los. Verlegte Uniformteile oder eine Einsatztasche mit allen möglichen Dingen, die im Eifer des Gefechts abgestellt wurde und dann nicht mehr aufzufinden ist. Hier bist Du bei einem Schaden bis 5.000 € versichert! Oder Du bist in einer Dienststelle mit einer Schließanlage. Du hast den Schlüsselbund verloren und die Schließanlage muss ausgetauscht werden. Da können auch mal mehr als 10.000€ zusammenkommen. Du siehst, es gibt viele Ereignisse in deren Folge so eine Versicherung praktisch ist. Ein verlorener Verwarngeldblock im Wert von 700€ gehört hier sicherlich zu den harmloseren Dingen.

Mitversichert ist auch das außerdienstliche Führen und Besitzen von Schusswaffen und Waffen jedoch nur dann, wenn die dienstlichen Bestimmungen des jeweiligen Landes/des Bundes greifen, der außerdienstliche Bereich umfasst ist und die jeweiligen Voraussetzungen vom GdP-Mitglied erfüllt werden.

Unfallversicherung. Jedes GdP-Mitglied ist durch seinen Beitrag gegen Unfall versichert. Dem Unfallversicherungsvertrag liegt die jeweils gültige Fassung der Allgemeinen Bedingungen für die Gruppen-Unfallversicherung, den Besonderen und Zusatz-Bedingungen der SIGNAL IDUNA (AB GUV)zugrunde.Dies gilt sowohl für berufliche als auch für außerberufliche Unfälle und das weltweit. Bei Unfalltod zahlt die PVAG gemäß den allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen einen Betrag bis zu 3.000 Euro und bis zu 4.000 Euro im Fall der Unfall-Vollinvalidität innerhalb und außerhalb des Dienstes. Bei gewaltsamen Tod im Dienst durch eine vorsätzliche Straftat eines Ditten, gilt die dreifache Todesfallsumme versichert.Zusätzlich sind folgende Leistungen in der Unfallversicherung enthalten (Innerhalb von 3 Jahren ab dem Unfalltag):

    • 5000 Euro Bergungskosten
    • 5000 Euro für kosmetische Operationen
    • 500   Euro Kurkosten/Rehakosten (Kurkostenhilfe und Kostenbeteiligung bei Rehabilitationsmaßnahmen für eine medizinisch notwendige Kur oder vollstationäre Rehamaßnahme für einen zusammenhängenden Zeitraum von mindestens 3 Wochen)

Sterbegeldhilfe. Das Sterbegeld beträgt bis zu 410 Euro.

Da möchte man eigentlich garnicht dran denken. Aber im Falle eines Ablebens des Mitglieds oder des/der Ehepartner/in (gilt auch bei eingetragenen Partnerschaften) erhalten Die angehörigen eine Unterstützung, je nach dauer der Mitgliedschaft von bis zu 410€.

Streikunterstützung für die in der GdP organisierten Arbeiter/innen und Angestellten, wenn diese durch den fuenf-cGdP-Bundesvorstand zu dieser Kampfmaßnahme aufgerufen wurden (Näheres regelt die Streikordnung der GdP).

Das ist für Tarifbeschäftigte wichtig. Alles zwei Jahre werden in Tarifverhandlungen die Gehälter neu verhandelt. Wenn die Arbeitgeber sich stur stellen und die Gehälter nicht erhöhen wollen, muss auch mal gestreikt werden, um seine berechtigten Forderungen durchzusetzen. Nur wer streikt, bekommt aber für diese Zeit kein Gehalt. Dann springt die Gewerkschaft ein und erstattet den Kolleginnen und Kollegen den Gehaltsverlust, sofern sie auch GdP-Mitglied sind.

Vielleicht denkst Du jetzt: Naja später bin ich Beamte/r und muss nicht streiken. Wozu nutzt mir das also? Nun, in der regel werden die Tarifergebnisse, also die gehaltserhöhungen, die unsere Tarifbeschäftigten im arbeitskampf durchgesetzt haben, auf die beamten übertragen. Würden sie nicht streiken, gäbe es keine Gehaltserhöhungen und damit auch für die Beamten keine Erhöhung der Besoldung. Dies zeigt, wir alle brauchen uns gegenseitig, um unsere Interessen gemeinsam durchzusetzen.

Und dass klappt am besten mit einer starken Gewerkschaft – der GdP!